Laurenzius in Buende

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Laurenziuskirche Bünde

Die Laurentiuskirche in Bünde, wer von den Ost-Westfalen kennt sie nicht? Nur wenige Kirchen unserer Heimat besitzen einen so wuchtigen Turm mit kleinen romanischen Fenstern im Glockenraum wie sie. Mir fällt dabei lediglich die St. Gandolfkirche in Hiddenhausen ein. Beide Kirchen sind etwa 1000 Jahre alt und sind aller Wahrscheinlichkeit nach aus Eigenkirchen karolingischer Königshöfe entstanden. Letztere waren Meierhöfe, welche Karl der Große während der Eroberung des Sachsenlandes an wichtigen strategischen oder ehemals religiösen Standorten der besiegten Sachen gründete. Zu jedem dieser Königshöfe gehörte eine Kapelle, die sog Eigenkirche. Diese Höfe samt ihren Kirchen betrachteten die fränkischen Kaiser als ihren persöhnlichen Besitz, über den sie allein verfügten. Nach Karl war der Besitzer der Königshöfe und ihrer Eigenkirchen sein Sohn Ludwig der Fromme. Dieser verfügte im Jahre 853 in einer Urkunde, dass die Laurentiuskirche in Bünde dem Herforder Kloster unterstellt werde. Dessen Sohn Ludwig der Deutsche bestätigte später diese Schenkung. Die Stadt Bünde betrachtet das Datum der Schenkung als Gründungsjahr ihrer Stadt.

Unterbrochen wurde diese Oberaufsicht des Herforder Kloster lediglich durch den salisch-fränkischen Kaiser Heinrich IV (1084-1105). Er hatte seinen Freund Benno, der ihm als Baumeister half, den Kaiserdom zu Speyer zu einem grandiosen Bauwerk zu gestalten, als Bischof von Osnabrück ernannt, ohne die Zustimmung des Papst einzuholen. In diesem Zusammenhang fiel auch die Aufsicht über die Büder Laurentiuskirche wieder an Osnabrück. Wegen dieser und anderer Eingriffe in die Verwaltung der römischen Kirche musste Heinrich 1076/1077 nach Canossa, um vor dem Papst Gregor VII Abbitte zu leisten. Nach Heinrichs Abdankung kam es zw seinem Sohn Heinrich V und dem Nachfolger Gregors zu einer Einigung, in derem Verlauf die Laurentiuskirche wieder in die Obhut der Herforder Äbtissin gelangte.

1979 begannen die Grabungen in der Kirche, die immer wieder unterbrochen wurden. Man stellte fest, dass es fünf Bauphasen gab, in welchen das Gebäde erweitert wurde oder die Inneneinrichtung verändert wurden. Verschiedene Adelsfamilien hinterließen ihr Epitaph im Innenraum der Kirche, so z.B. die Familie Voss-Steinberg, welche das Erbe derer von Blankena antrat, welche das erste bekannte Adelsgeschlecht des Bünder Raumes darstellte. Das Kirchengebäude wurde innen wie außen rundum erneuert. Kanzel und Orgel schmücken bis heute ihr Inneres.- Ansonsten haben wir es mit einem schlichten, weiß gestrichenen romanischen Kirchenbau zu tun.